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on Wednesday, 29 January 2014 10:00

Skimming nimmt ab-dafür mehr Phishing Fälle

BERN ⋅ Dank konsequenter Aufrüstung der Automaten und erhöhter Vorsicht der Konsumenten hat die Zahl der Skimming-Fälle in der Schweiz 2013 deutlich abgenommen. Die Betrüger verlegten sich dafür vermehrt aufs Internet. Dort nahmen Phishing-Fälle stark zu.

Insgesamt kam es 2013 noch zu 114 Skimming-Fällen, wie die Schweizerische Kriminalprävention am Dienstag mitteilte. Im Vorjahr hatte die Fachstelle noch 369 derartiger Manipulationen von Kartenautomaten festgestellt. Rund 13'000 Karten wurden präventiv gesperrt nach 29'000 im Vorjahr.

Die Verbrechensverhüter führen den drastischen Rückgang von effektiven Fällen und präventiven Sperrungen zum einen auf die vorgenommenen Aufrüstungen der Automaten zurück. Die Geldautomaten in der Schweiz verfügen im internationalen Vergleich über einen sehr hohen Sicherheitsstandard, attestiert die Fachstelle.
Zum anderen zeigten sich auch die Konsumentinnen und Konsumenten besser über das Phänomen informiert. Die meisten Finanzinstitute informieren die Kundschaft direkt an den Automaten über Präventionsmassnahmen. Hinzu kamen neue Massnahmen wie Card Control (Geoblocking, Limiten oder Geocontrol) und eine Präventionskampagne der Polizei.

Keine absolute Sicherheit

Bereits 2012 war dadurch eine Verlagerung der Skimming-Delikte weg von den Geldautomaten hin zu Zahlterminals, Billett- und Tankautomaten feststellbar. Auch diese Geräte rüsten die Anbieter darum nach. Gegen die Skimming-Kriminellen ist indessen kein absolut wirksames Kraut gewachsen: Die Täter suchen unermüdlich und überall nach Schwachstellen.
Die Kriminalprävention ruft einmal mehr in Erinnerung, dass der beste Schutz vor Skimming das konsequente Abdecken der PIN-Code-Eingabe ist.
Die Abhebung der Gelder erfolgt immer im Ausland. In der Schweiz sind die Karten mit einem fälschungssicheren Chip ausgerüstet. Die kopierten Magnetstreifendaten und der ausspionierte PIN-Code reichen also nicht für einen Bargeldbezug.
In den USA, der ehemaligen Sowjetunion, der Dominikanischen Republik oder in Teilen Asiens sind die Chips allerdings noch nicht Standard. Mit Geoblocking lassen sich Bezüge dort unterbinden. Geoblocking lässt sich beim entsprechenden Dienstleister bestellen.

Phishing auf dem Vormarsch

Auffallend war 2013 in der Schweiz die Zunahme der Phishing-Delikte, konstatierten die Fachleute. Dazu gibt es keine Zahlen, da sich die unzähligen Spam-Mails und anderen Versuche nicht statistisch erfassen lassen, wie es bei der Kriminalprävention hiess.
Die Dunkelziffer sei zudem hoch. Dass das Phishing zunimmt, zeigt sich indessen deutlich an Rückmeldungen bei Beratungsstellen und bei der nationalen Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (KOBIK).
Bei dieser Betrugsmethode «fischen» die Betrüger auf Bezahl- und Handelsplattformen oder bei Online-Versandanbietern nach Zugangsdaten für Online-Banking oder Kreditkarten-Transaktionsbestätigungen. Mit den Daten unternehmen sie dann ihre Plünderungen.

Die Masche dabei ist altbekannt: Per E-Mail oder SMS informieren die Gangster ihre Opfer, dass die Zugangsdaten eines bestimmten Kontos nicht mehr sicher seien. Die Opfer werden aufgefordert, ihre Daten unter einem Web-Link einzugeben, der demjenigen des Finanzinstituts täuschend ähnlich sieht.

Immer häufiger machen sich die Phisher auch via Telefon an ihre Opfer heran. Sie geben sich dabei als Mitarbeiter des Kundensupports eines Finanzinstituts aus und spulen die bekannte Masche einfach am Telefon ab.
Die Betrüger verstehen es dabei, ihre Opfer sehr geschickt einzuwickeln. Die Kriminalprävention erinnert daran, dass ein Finanzinstitut nie von sich aus nach Login-Daten fragt, egal ober per E-Mail, Telefon oder über ein anderes Kommunikationsmittel. Die Korrespondenz der Finanzinstitute über derartige Daten erfolgt via Briefpost.